Die Geisterhochzeit zu Lauf

Ein junger Ritter sucht ein Nachtlager auf der Burg Neu-Windeck. Nach einem üppigen Mahl das ihm von seiner schönen Gastgeberin geboten wurde bat er diese um ihre Hand. Wohlweislich in der Hoffnung mit einer Reichen Erbin sein Glück machen zu können. Diese willigte auch alsbald in den Antrag ein und führte ihn in die Burgkapelle dort schaute der Ritter auf eine Reihe von Grabmählern, wobei es ihn schauderte. Seine seltsame Braut berührte das Haupt und langsam erhob sich die eherne Gestalt und trat vor den Altar, auf dem sich die Kerzen selbst entzündet hatten. Seine Augen glühten und seine Stimme bebte mit den Worten: Kurt von Stein, sprecht, ob es euer unverbrüchlicher Ernst ist, Bertha von Windeck zu Eurem Eheweibe zu nehmen?“
Der Ritter schauderte und seine Stimme begann zu zittern. Da erscholl das Krähen eines Hahns von einem benachbarten Hof; mit einem argen Schrei verschwand die Braut. Ein Windstoß zog durch die Kapelle und die Erde bebte. Der Ritter sank in sich zusammen, als er erwachte lag er im Burghof neben seinem treuen Roß.
Er floh so schnell er konnte, später erzählte ihm eine alte Bäuerin, Bertha von Windeck habe einst mit der Treue eines ehrenwerten Mannes leichtfertig gespielt. Der Verratene habe sich von den Zinnen der Burg gestürzt. Bertha sei deshalb verflucht, im Grabe keine Ruhe zu finden.
 

Fremersberg

Margraf Jakob irrt durch den nacht düsteren  Forst. Als er in der Ferne einen Fackelschein zu sehen glaubt. Donner, Blitz und stürmischer Regen durchbrachen die Nächtliche Stille,  in einer ärmlichen Hütte hörten zwei Mönche seine um Hilfe betenden  Hornrufe, alsgleich sie eine Fackel anzündeten und dem Hilfesuchenden entgegeneilten. Sie boten in Obdach, Brot und trockene Kleidung an. Alsbald vernahmen die drei ein krachen und bersten in unmittelbare Nähe. „Das war die Buche am Waldeck“ sprach einer der Mönche. Der Margraf schauderte. „Am Waldeck vorn sagst du ? – Barmherziger Gott hätte nicht euer Fackelschein mich hierher geführt, so läge ich jetzt zerschmettert unter diesem Baume“- Hört Ehrwürdige Väter! Eure Hilfe soll nicht umsonst gewesen sein, ein Kloster soll hier entstehen um verirrten Wanderern ein Obdach zu geben, schon Morgen werden Maurer ans Werk gehen um hier das Fransiskaner-Kloster Fremersberg zu bauen.     
 

Alt-Eberstein 

Dreieinhalb Jahre dauerte die Belagerung der Burg schon, doch die Belagerer kamen keinen Schritt näher. Da griff der Kaiser zu einer List. Er schrieb ein Turnier zu Speyer am Rhein aus, und lud auch die drei Grafen von Eberstein dazu ein, in der Hoffnung während dessen Abwesenheit die Burg dem Erdboden gleich machen zu können. der Kaiser hatte die Rechnung jedoch ohne sein Töchterlein Edeltraut gemacht.  Bei den Ritterspielen gewann der jüngste, Graf Eberhard, die Zuneigung Edeltrauts. Diese flüsterte ihn heimlich ins Ohr, seine Burg sei in dieser Nacht gefährdet. Unverzüglich entfernten die Ebersteiner sich heimlich, und jagten im Galopp rheinaufwärts. Auf Schleichwegen gelangten sie zur Burg und verteidigten diese erfolgreich. Nach dieser Enttäuschung zeigte sich Otto I. zu Verhandlungen bereit. Die Grafen führten die Sachverwalter des Kaisers in die Kornkammer und Weinkeller, wo sie trotz langer Belagerung Korn und Wein in Hülle und Fülle vorfanden.
Nicht ahnend das sie diesmal die Überlisteten waren, denn die Getreidesäcke bargen unter dünner Mehlschicht nur Spreu und Stroh und die Weinfässer hatten doppelten Boden. Auf die Kunde der gewaltigen Vorräte brach der Kaiser die Belagerung ab und vertrug sich gütlich mit den Herren von Ebertstein.   
 

Der Grafensprung bei Neu-Eberstein 

In den Schleglerkriegen hatte Graf Eberhard von Württemberg das Schloß Alt-Eberstein bei Baden gebrandschatzt. Sich zu rächen, trachtet Ritter Wolf von Eberstein, dem Württemberger während dessen Kur in Wildbad zu überfallen und gefangenzunehmen. Was mißlang, landflüchtig geworden suchte er Schutz bei seinem Vetter auf Neu-Eberstein im Murgtal. Doch bald war sein Schlupfwinkeln bekannt und alle Fluchtwege versperrt. Ritter Wolf war entschlossen eher zu sterben als seinen Feinden in die Hände zu fallen. So blieb ihm nur der Sprung über den schroffen Fels hinunter in die Murg, wohin er sein sich aufbäumendes edles Roß trieb. Dies blieb mit gebrochen Gliedern im Flußbett liegen, der Reiter jedoch konnte sich unversehrt ans andre Ufer und durch die unwegsamen Wälder in das Hoflager des Pfalzgrafen am Rhein retten. Seit jener verwegenen Flucht trägt der Felsen an der Murg den Nahmen „Grafensprung“.   
 

Engels- und Teufelskanzel

Als einst die Glaubensboten unser Tal durchzogen, ärgerte sich der Teufel über den Verlust so vieler Seelen. Daher stieg er auf einen Felsen oben in der Nähe der Wolfsschlucht und versprach denen die ihn nachfolgten alle Freuden und Reichtümer dieser Erde. In Scharen eilten die Talbewohner heran und lauschten seien Reden. Eines Morgens jedoch verkündetet von den gegenüberliegenden Felsen ein Engel in stahlenden Lichterglanz und weißen Gewändern die Heilsbotschaft. Bald lauschte alles nur noch dem Engel und der Teufel predigte taubem Gestein. Darüber stampfte er so wütend auf, daß die Spur seines Pferdefußes noch heute im Felsen zu sehen ist.    
 

Die Nixe des Wilsdees

Ein jungen Hirte, der in der Nähe des Wildsees seine Ziegen hütete vernahm durch die Abendstille ein Singen und ein Klingen. Als er den Melodien folgte sah er auf den Felsen sitzen eine seltsame schwarzgelokte Wasserfrau. Unbekümmert verweilte er bei ihrem Lied, Abend für Abend fand sich nunmehr der Jüngling am See. Die Schöne gestand ihn sie hieße Merline, warnte ihn aber zugleich, es solle sich hüten, je ihren Namen zu rufen wenn er sie einmal nicht antreffe. Auch ein ergrauter Siedler warnte ihn, schon mancher muntere Geselle sei den Klängen verfallen und habe ein frühes Grab in den Tiefen des Sees befunden. Doch alle Zurechtweisungen fruchtet nicht mehr, der Jüngling war unrettbar von der Schönen umgarnt. Eines Abend als sie nicht an gewohnten Platze weilte, rief er mutwillig ihren Namen. Da stieg eine Blutrote Rose aus dem Wasser empor, der Hirte wollte sie haschen, glitt aus und versank in den Tiefen.   
 

Der Mummelsee

Wenn in Sommernächten der Mondglanz blausilbern über dem Mummelsee flimmert, steigen die Nixen aus den dunklen Fluten, sich im frohem Gesang im Reigen drehend. Rufen sich aber die Kirchturmuhren in den Talgründen die ersten Stunde nach Mitternacht zu, hebt der Seekönig sein Haupt aus dem Wasser und holt seine Töchter zurück. Vor Zeiten zogen die Nixen in die Dörfer hinab um den Bräuten beim Spinner ihre Aussteuer zu helfen. Streng achtend um die elfte Stunde, damit die Mahnung des Seekönigs nicht zu versäumen. Einer der Burschen im Tal jedoch drehte die Stubenuhr eine Stunde zurück. Als die Dorfuhr zwölf schlug eile das Mümmelein totenbleich zum See zurück. In jener Nacht tobte und wütete der See und trieb gewaltige Wellen in die Höhe. Nie mehr kamen die Mümmelein zu den Bauernhöfen hinab.
 

Burkkart Keller von Yburg

Auf dem Schloß Hohenbaden diente bei der verwitweten Margräfin der Junker Burkart Keller. Er war in Kuppenheim verlobt und wanderte so manchen Sommerabend durch den Wald dorthin. An einem Ort wo der Opferstein einer heidnischen Göttin stand Zeigte sich von Zeit zu Zeit eine verschleierte Frauengestalt. Geschreckt floh er vorüber, bald jedoch konnte er der Verlockung der fremden Gestalt nicht mehr widerstehen.
Er sank nieder und als die Gestalt ihn küßte, saugte sie ihn die Seele aus dem Leib. Leblos fanden ihn die Leute des Schlosses,  zu Füßen des zertrümmerten Bildnis der Göttin. Jener Ort heißt bis heute noch Kellerbild.