Kloster Lichtental

In der zweiten Hälfte des 30 jährigen Krieges rückten die Schweden gegen Baden-Baden, Schreckenskunde von Grausamkeit und Greultaten eilten vor ihnen her. Viele Bürger verließen Heim und Herd um in den tiefen der Wälder Schutz zu finden. Auch die Nonnen des Klosters Lichtental hielten sich bereit in das benachbarte Murgtal zu fliehen. Ein letztesmal versammelten sie sich zum Gebet. Da erhob sich inmitten des Chorgesang die Äbtissin, schritt von rätselvoller Eingebung gelenk zum Marienstandbild, und hing den Schlüssel des Klosters mit den Worten
"Schütze du dein Haus o Mutter der Bedrängten! – Zu dir rufen wir aus tiefer Not, du Mutter des guten Rates!" 
an den Arm der hohen Frau. Zu diesen Zeitpunkt hämmerten schon die Äxte der Schweden an das Außentor.
Als jedoch die schwere Pforte aufkrachte stand im Portal die weißgewandete Königin des Himmels, in der linken den Schlüssel des Klosters und mit der rechten gegen den Ausgang zeigend. Der Schwedische Anführer zuckte nach den Herz greifend, und fiel zu Boden. Auch die nachfolgenden Söldner prallten auf wundersame weise zurück, das Kloster war gerettet. 

Schloss Hohenbaden

Die Pest wütete in der Stadt, vom Übermaß des Leides niedergedrückt sank die Markräfin auf dem Turm des Schlosses Hohenbaden, in die Knie, rang die Hände und flehte um Abwehr der schrecklichen Plage. Die beiden Kinder schlummerten friedlich zu den Füßen der Mutter.
Da erschien die Gottesmutter, die himmlische Frau wies zunächst auf die Quellen, dann auf die beiden Kinder und schließlich auf das Kloster. Die Margräfin erfaßte die Bedeutung und lies daraufhin die heißen Quellen durch die Stadt leiten, auf daß der Dampf die Pest erstickte. Ihre beiden Kinder wurden aus Dank den geistlichen Stande geweiht. Wenige Tage nach der Erscheinung erlosch die Pest in Baden-Baden. 
 

Allerheiligen

Ein Mädchen ringt verzweifelt mit den Händen, der Regen den letzen Tage, die Schneeschmelze auf den Höhen des Schwarzwaldes hatten die Bäche bedrohlich anschwellen lassen. Nahe der Wasserfälle machten Zigeuner Rast. In der Blütezeit des Klosters Allerheiligen stand die Schule der Prämonstratenser in hohen Ansehen. So war auch S. Egenolff, der Sohn einen begüterten Pappiermachers aus Straßburg gekommen. Der sein Herz und einen golden Ring der jungen Zigeunerin schenkte. Dieser Ring wurde in einem unaufmerksamen Moment der Jungen Frau, durch einen Rabenvogel entwendet. Als der Geliebte den Verlust des Ringes bemerkte, und ihm die Wahrheit über seines Verschwindens bekannt wurde, half kein Flehen und kein Beschwören, ihn von der Tat zum Rabenhost empor zuklimmen abzuhalten. Stück für Stück tastet er sich die hohe Felsenwand empor dem Ziel schon so nah, als der Rabenvogel aus seinen Nest in des Jünglings Augen stieß, und dieser mit einen Aufschrei von der Felswand abprallend in die Gischt stürzte. Zu Stein erstarrt stand die junge Frau am Felsenwand. Allmählich begreifend stürzte sie schreiend durch das Dickicht des Waldes. Niemand vermochte die rasende zu halten. Im Spätjahr fanden Beeresucher den Leichnam des Mädchen hoch oben in einer Geröllhalde.
 

Burg Windeck

Zur Zeit, als der Dechant von  der Straßburger Domkirche auf der Burg Windeck gefangen saß, wohnte unten im Wolfshang in einer Hütte aus Moos und Baumrinde eine hochbetagte Greisin. Sie sprach mit den Waldtieren und kannte die geheimen Heilkräfte der Natur, ihr ganzer Reichtum bestand aus einigen weißen Hühnern von beachtlicher Größe. Eines Abends kamen zwei Kinder daher die den Dechant freikaufen wollten, indem sie sich selbst als Geiseln zum Tausch bieten wollten. Die Greisin versprach den Kindern ein Lösegeld mit zu geben, um den Dechant zu befreien. Sie klatsche in die Hände und gleich eilten die weißen Hühner herbei. Sie ergriff eines mit den Worten:  Diese “Henne da bring´ dem Ritter Reinhart auf Windeck, dann wird er den Dechanten freigeben!“ Die Kinder schauten nicht ohne Zweifel auf die Henne zumal diese noch einen Graben von beachtlichen Ausmassen zum Schutz der Burg ausscharren sollte. Jedoch auf der Burg angekommen berichtete die Kinder von der Tat die, die Henne vollbringen sollte um den bevorstehen Angriff auf die Burg zu verteidigen. Nach den Anweisung der Greisin wurde alles getan was zu tun war. So konnte man den Sturm der Straßburgen Angreifer erfolgreich zurückschlagen. Bis heute hat der Hennegraben seinen Namen behalten.  
 

Die Felsen 

Jagtgeheul im Wald, seit Stunden hetzt Junker Immo durch den Nebelfeuchten Oktoberwald einen mächtigen Hirsch, als ein weißes Reh seinen Weg kreuzt. Sogleich ließ er die alte Spur um den Tier zu folgen. Das  Reh verstieg sich ausweglos im Felsengewirr des Batterhangs. Schon hat der Jäger seinen Bogen gespannt, da stand eine schöne Frau neben dem zitternden Rehlein, und streichelt seinen Kopf. Dem Jäger indes entglitt die Waffe und er polter dumpf über die steile Felswand hinab. Der Jäger entsagte daraufhin aller weltlichen Freude und der Jagt. Zog in die menschenleere Einöde des Batterfelsen .Und läutete an lauen Sommerabenden ein Glöckchen durch den Wald, kamen Wolf, Hirsch, Reh und Hase zu seiner Hütte und nahmen furchtlos Futter aus seinen Händen.    
 

Baldreit

Ein Kurfürst von der Pfalz wurde so vom Gliederreißen geplagt, daß er auf keinen Bein mehr stehen konnte. Nachdem er vieles ausprobiert hatte, riet ihm ein Jägermeister, die heißen Quellen von Baden-Baden aufzusuchen. In einem Tragstuhl ließ er sich dorthin nach dem besten Gasthaus schleppen. An der Schwelle murmelte er ungläubig: Affentaler und Muskateller haben mich nicht geheilt, das Wasser wird mir auch nicht helfen!“ 
Der Wirt legte schmunzelt einen ellenlangen Rechnungsbogen bereit. Diener brachten den kranken Fürsten jeden Morgen in die Badestuben. Schon nach kurzer Zeit konnte dieser, zum gram des Wirtes, an Krücken gehen. Etwa vierzehn Tage nach seiner Ankunft vernahm der Kürfürst früh Morgens seltsames Vogelgezwitscher, und erkannte zu seiner Freude das er ganz genesen war. Sich auf sein Pferd schwingend rief er dem Wirt zu: „Sehr, so bald reit´ich!“  von diesem Ausspruch erhielt der Gasthof seinen eigenartigen Namen